Dipl.-Psych. Susanne Behling
Dr. med. Thomas Haag
Peter Liebermann
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Luise Reddemann

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Traumatherapie

hat die (Wieder-)herstellung des Gefühls der inneren „Sicherheit" und die Integration der traumatischen Erfahrung zum Ziel. Nach Janet werden
3 Phasen unterschieden: Stabilisierung, Traumabearbeitung und Trauer/Neuorientierung. Bei singulären Traumen folgt die Therapie in der Regel diesem Ablauf, bei komplex traumatisierten Patienten wird  flexibler, meist im Wechsel stabilisierend und kleinschrittig traumakonfrontierend, gearbeitet.


Stabilisierung

Basis jeder beratenden und therapeutischen Arbeit mit Traumatisierten ist die Stabilisierung, d. h. die Herstellung innerer und äußerer Sicherheit und die (Wieder-)Erlangung der Fähigkeit, belastende Affekte und Erinnerungen zu kontrollieren und zu begrenzen.


Ressourcenorientiertes Vorgehen

Bereits bestehende Bewältigungsprozesse und  -mechanismen werden gewürdigt und als Ressourcen genutzt, z. B. als „kontrollierte" Spaltung und Dissoziation  in der Arbeit mit Imaginationen im Konzept der PITT (Psychodynamisch-Imaginative Psychotherapie n. Reddemann).

Bei der Mehrzahl der Patienten mit ist eine erfolgreiche „Stabilisierung" zur Integration traumatischer Erfahrung ausreichend.


Traumabearbeitung

setzt eine ausreichende Stabilisierung voraus. Eine Indikation besteht insbesondere bei singulären Traumatisierungen und  Akuttraumatisierung
ohne seelische Vorerkrankung (Typ 1 - Trauma). Hier sollte die Behandlung möglichst rasch nach dem Ereignis beginnen um die Entwicklung einer PTBS oder eine Chronifizierung zu verhindern.
Trauma bearbeitung bei komplex und langfristig traumatisierten Klienten bedarf in Anbetracht der Art und Schjwere der Störung der sorgfältigen Indikationsstellung und Vorbereitung sowie eines besonders schonenden Vorgehens bei der Traumabearbeitung. Indiziert und sinnvoll ist eine über Stabilisierung hinausgehende Traumatherapie mit Traumabearbeitung in der Regel nur trotz erfolgreicher Stabilisierung relevante Symptome persistieren, d. h. nur bei einem kleineren Teil der komplex und langfristig traumatisierten Klienten (ca. 20-30 %).


Verfahren der Traumabearbeitung

Traumabearbeitung muss unter besonders geschützten Bedingungen erfolgen, um Retraumatisierungen zu vermeiden.
Erprobte Verfahren sind z. B. EMDR und die Arbeit mit Imaginationen mit PITT.


Trauer und Neuorientierung

Im letzten Teil der Therapie stehen Trauer über das Geschehene und Verlorene sowie die Umsetzung der Erfahrungen und Veränderungen, die im Therapieprozess gewachsen sind,  im Mittelpunkt.

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