Kurs Psychodynamisch-imaginative Traumatherapie PITT  2019
Teil 1: Stabilisierung und Teil 2: Traumabearbeitung und PITT-Update
mit Susanne Behling und Thomas Haag

- anerkennungsfähig als Modul des WIPT- Curriculums „Spezielle Psychotraumatherapie" -

Was ist PITT ?
PITT   ist ein psychodynamisches Verfahren, das sich um Integration verschiedener Ansätze bemüht, die sich in der Behandlung von traumatisierten Patientinnen bewährt haben.  Insbesondere geht es um imaginative Arbeit, die viele Patientlnnen/ Klientlnnen da abholt, wo sie ohnehin Ressourcen haben.  Neuere Erkenntnisse aus der Flow-Forschung und der "Positiven Psychologie" (Seligman 2004) werden ebenfalls integriert. 
PITT  wurde von
Frau Prof. Dr. Luise Reddemann aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen bei der  therapeutischen Arbeit mit  traumatisierten PatientInnen entwickelt.
Die Behandlung orientiert sich an
Janets 3-Phasenmodell der Traumatherapie. Nach Janet ist Phase 1 die Stabilisierungsphase, in der es um Ich-Stärkung und Ressourcenmobilisierung geht.  Hierzu gehört die Arbeit mit stabilisierenden Imaginationen, Affekt- und Dissoziationskontrolle mit Hilfe von Achtsamkeits- und Imaginationsarbeit, die Arbeit auf der "inneren Bühne" i. S. angewandter ego-state-therapy, insbesondere die Arbeit mit dem "inneren Kind" und Täterintrojekten. Phase 2 beinhaltet Traumakonfrontation mittels Beobachter- und Bildschirmtechnik und Phase 3 Integration, Trauern und Neubeginn. (Zu Phase 3 nach Janet gibt es z. Z. noch keine gesonderten Fortbildungsangebote.)
PITT   berücksichtigt genderspezifische Gesichtspunkte.
Grundlegendes Wissen in der Psychotraumatologie und über PITT sollten Sie mitbringen (siehe Literaturhinweise).
Weitere Informationen zu Frau Prof. Dr. Reddemann und Hinweise zu Veröffentlichungen finden Sie
hier.

Teil 1: Stabilisierung
In diesem Kursteil werden Grundlagen der Resilienzförderung und Ressourcenorientierung, Möglichkeiten der Anwendung und Nutzung von Imaginationen und die Arbeit mit „inneren Anteilen" in der Traumatherapie vermittelt. Besondere Schwerpunkte bilden die Arbeit mit „verletzten" und  „verletzenden" Egostates. Das Seminar umfasst neben ausführlichen Theorieteilen viel Praxis und Übungen in der Grossgruppe und in Kleingruppen. Dabei legen wir viel Wert auf Eigenerfahrung. Die TeilnehmerInnen üben die vermittelten Techniken in Kleingruppen in der Therapeuten-, Klienten- und Beobachterrolle. 

Teil 2: Traumabearbeitung und PITT-Update
Der zweite Kursteil baut auf dem ersten auf und setzt die Teilnahme am ersten Kursteil voraus. Es geht um die Vertiefung der stabilisierenden Arbeit, insbesondere der Arbeit mit verletzenden Anteilen („Täterintrojekten"), und um Traumakonfrontation mit der Beobachter- und der Bildschirmtechnik. Da die einzelnen Seminarteile aufeinander aufbauen, ist es wichtig, dass Sie die gesamte Zeit anwesend sind. Wir legen grossen Wert auf Eigenerfahrung.  Sie werden daher einzeln in der Großgruppe  sowie in Kleingruppen viel üben.  Daneben gibt es natürlich Theorie und es wird mit Demonstrationen und Rollenspielen gearbeitet. 
Frau Reddemann hat das Konzept der PITT im Laufe der Jahre aufgrund der therapeutischen Erfahrungen und der neueren Erkenntnisse aus der Traumaforschung immer wieder überarbeitet. Die Teilnahme  an Teil 2 ist daher als „PITT-Update" für TeilnehmerInnen früherer PITT-Seminare  geeignet.

DozentInnen:         
 
Susanne Behling
Dipl.-Psych., Psychoanalytikerin (DGPT), Gruppenanalytikerin, Supervisorin DAGG und DGSV, Balintgruppenleiterin, EMDR-Therapeutin/ -Supervisorin/-Facilitatorin, Fachpsychotherapeutin, Dozentin und Supervisorin für Traumatherapie, langjährige Leiterin der Frauenberatungsstelle „Frauen helfen Frauen" in Dortmund, eigene Praxis in Dortmund. Langjährige Durchführung von PITT-Kursen in Zusammenarbeit mit Luise Reddemann
Thomas Haag
Dr. med., Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Facharzt für Allgemeinmedizin, Gruppenanalyse (GRAS), Balintgruppenleiter, EMDR-Therapeut/-Supervisor/-Facilitator, Fachpsychotherapeut, Dozent und Supervisor für Traumatherapie, leitender Arzt der Abteilung JONA - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke. Langjährige Durchführung von PITT-Kursen in Zusammenarbeit mit Luise Reddemann        

Umfang:     jeweils 24 UE

Termine:    PITT 1 am 05.-07.04.2019,  PITT 2 am 17.-19.05.2019 , jeweils 10 -18 h, beinhaltet 24 UE und Pausen
Ort:             Grosser Konferenzraum im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke       
Kosten:      € 500,- / Kursteil mit 24 UE, 
inklusive Imbiß und Getränke,  bei Komplettbuchung von Teil 1 und  2:  € 960
CME:         
Zertifizierung durch die Ärztekammer WL beantragt,

Teilnahmevoraussetzungen:
Bereitschaft zur Selbsterfahrung. Der Kurs richtet sich in erster Linie an approbierte ärztliche und psychologische PsychotherapeutInnen, bzw.  Kinderpsychotherapeutlnnen, kann aber auch von Interessierten aus anderen Berufe, die mit traumatisierten Menschen arbeiten, besucht werden. 

Empfohlene Literatur zu den Themenbereichen Psychotraumatologie, PITT und Positive Psychologie:

  • Flatten G., Gast U., Hofmann A., Liebermann P.: AWMF-Leitlinie „Posttraumatische Belastungsstörung" (2011)
  • Reddemann, L.  "Imagination als heilsame Kraft", Klett-Cotta (neue überarbeitete Auflage 2016!)
  • Reddemann, L.  "Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie. PITT. Das Manual , überarbeitete und ergänzte Neuauflage  2011", Klett-Cotta
  • Reddemann L., Wöller W. „Komplexe posttraumatische  Belastungsstörung"  (2017)
  • Fischer, G., Riedesser, P.  "Lehrbuch der Psychotraumatologie (2009)"
  • Klein, Stefan: "Die Glücksformel", Rowohlt Taschenbuch
  • Servan-Schreiber, D.  "Die neue Medizin der Emotionen", Blessing



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