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Was ist Balint-Gruppenarbeit ?
Die Balintgruppenarbeit wurde vor ca. 50 Jahren von dem ungarischen Psychoanalytiker Michael Balint begründet. Sie sollte ursprünglich Allgemeinmedizinern dabei helfen, ihre Beziehung zu ihren Patienten und die dabei auftretenden Verstrickungen besser zu verstehen.
Zum Ablauf einer Balintgruppe: In einer Gruppe mit 8 - 15 Teilnehmern unter der Moderation eines Balintgruppenleiters wird von einem Teilnehmer eine "Fallgeschichte" vorgestellt. Dies geschieht in Form einer spontanen Schilderung aus dem Gedächtnis ohne Unterlagen. Die Gruppe „arbeitet" dann, indem die Teilnehmer in einen freien und unzensierten Austausch über ihre Gefühle, spontanen Einfälle und Fantasien zur Fallschilderung gehen. Alle Äußerungen werden als Reflektion des Geschehens in der Beziehung verstanden. Es entsteht so ein lebendiges Bild mit einer Klärung der Beziehungsdynamik.
Bei der klassischen Balintmethode (Holzbach) findet dies im Gespräch statt, bei den kreativen Varianten wird der Prozess mit Rollenspielelementen, Imaginationen oder musikalischer Improvisation angereichert. Die gemeinsame musikalische Improvisation (Halewitsch) auf einfach zu spielenden Instrumenten im Rahmen der Balintarbeit kann die verbale Kommunikation auf emotional-intuitive und kreative Weise ergänzen, das Erleben vertiefen, die Fähigkeit zur Empathie und zumZuhören trainieren. Die Freude an einer nicht zweckbestimmten Aktivität fördert den Gruppenprozess und trägt dazu bei, neue Spielräume zu entdecken. Bei der Balintarbeit mit Imaginationen und Rollenspielelementen (Haag) werden innere Bilder und das „Nachspielen" prägnanter Szenen genutzt, um das Erleben zu vertiefen und die unterschiedlichen Perspektiven in der Helfer-Klient-Beziehung besser zu verstehen. Beziehungsdynamische Prozesse können „hautnah" nacherlebt werden.
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