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Fachseminar
„Trauma und Persönlichkeitsstörungen"
mit PD Dr. Wolfgang Wöller
Traumatisierte PatientInnen mit Persönlichkeitsstörungen stellen Behandler oft vor große Herausforderungen. Im Zentrum der Pathologie dieser Patienten stehen selbstschädigende und dysfunktionelle interpersonelle Verhaltensweisen. In den zwischenmenschlichen Beziehungen kommt es immer wieder zu unangemessenem Bedrohungserleben, Verstrickungen und zu Beziehungsabbrüchen. Diese problematischen Beziehungsmuster können auch die therapeutische Beziehung erfassen.
Die neurobiologische Forschung hat der letzten Jahre hat überzeugend gezeigt, dass zentrale Merkmale von Persönlichkeitsstörungen - Störungen der Emotionsregulierung, Defizite der Fähigkeit zur Mentalisierung sowie Störungen der Ich-Integration - die Folge früher defizitärer Bindungs- und Beziehungserfahrungen sind. Ein Scheitern der frühen psychobiologischen Abstimmungsprozesse in der Affektregulation hat direkte Auswirkungen auf die Entwicklung der für diese Funktionen relevanten Hirnregionen. Zahlreiche intrapsychische und interpersonelle Strategien dienen der Kompensation der so entstandenen regulatorischen Defizite. Ein Verständnis von Persönlichkeitsstörungen als Folge von Bindungs- und Beziehungstraumatisierungen schafft neue therapeutische Zugänge bei einer Gruppe von Patienten, die trotz dringender Behandlungsbedürftigkeit noch oft immer als therapeutisch schwer erreichbar gilt.
Das Seminar hat Workshopcharakter und will versuchen, die Zusammenhänge zwischen Bindungstraumatisierungen, regulatorischen Defiziten und dysfunktionalen interpersonellen Regulationsstrategien unter besonderer Beachtung der neueren neurobiologischen Befunde zu entwickeln und eine umfassende Behandungskonzeption vorzustellen, die sowohl Elemente traumatherapeutischer Ansätze wie auch Aspekte psychoanalytischer Beziehungsdiagnostik berücksichtigt. Es zeigt sich, dass die Integration unterschiedlicher plausibler Modellvorstellungen am besten geeignet ist, einen modernen ressourcenorientierten Zugang zu den Patienten zu unterstützen. Unter Einbezug von klinischem Fallmaterial sollen konkrete Interventionsstrategien für spezifische Persönlichkeitsstörungen erarbeitet werden. Dabei sollen die ungünstige Interaktionsdynamik und die problematischen Muster des Verhaltens und Erlebens besondere Aufmerksamkeit erfahren, vor allem in ihrer Auswirkung auf die therapeutische Beziehungsgestaltung.
Dozent: Priv.Doz. Dr. med. Wolfgang Wöller, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie sowie für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalytiker, EMDR-Therapeut. Dozent an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Lehranalytiker und Dozent an der Akademie für Psychoanalyse und Psychosomatik Düsseldorf und an der Köln-Bonner Akademie für Psychotherapie. Leitender Abteilungsarzt an der Rhein-Klinik in Bad Honnef.
Umfang: 8 UE Termine: Sa. 31.01.2009 Zeit: 10 - 17 h Ort: Dörthe-Krause-Institut am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke Kosten: € 110,- Zertifizierung: 10 CME-Punkte
Teilnahmevoraussetzungen: Psychotherapieausbildung oder Beratungskompetenz sowie Grundkenntnisse der Psychotraumatologie ( Theoriemodul oder Äquivalent )
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