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Traumatische Erfahrung
Den Kern der traumatischen Erfahrung
bildet das überwältigende, mit heftigsten Affekten einhergehende Erlebnis des Versagens der individuellen Schutz- und Handlungskompetenzen angesichts einer als existentiell erlebten Bedrohung.
Bei Betroffenen führt dies zu einer existentiellen „Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses" (siehe Definition der psychischen Traumatisierung von Riedesser/Fischer 1998) mit tiefer Verunsicherung bezüglich
- des eigenen Wertes, der eigenen Handlungsfähigkeit und der eigenen Sicherheit, - der Verlässlichkeit von Beziehungen sowie - der Kontrollierbarkeit und Vorhersagbarkeit „der Welt".
Typische psychische Beschwerden sind Angst und Spannung, intrusive und dissoziative Symptome sowie eine erhöhte Stressanfälligkeit und Reaktionsbereitschaft. Korrelierend dazu konnte die moderne Hirnforschung spezifische strukturelle und funktionelle Gehirnveränderungen nachweisen.
Der seelische Verarbeitungsprozess
nach einer traumatisierenden Erfahrung lässt sich in einem Verlaufsmodell beschreiben (s. Riedesser/Fischer 1998). Im Verlaufe eines „gelungenen" seelischen Bewältigungsprozesses („Traumatische Reaktion") wird traumatisierende Erfahrung als Teil der Erinnerung integriert, als etwas, „das war".
Belastende innere und äußere Faktoren sowie Art und Ausmaß der traumatisierenden Erfahrung können den Verarbeitungsprozess blockieren, so dass er nicht zum Abschluss kommt, sondern sich als „Traumatischer Prozess" fortsetzt. Von besonderer prognostischer Bedeutung für das Gelingen des Integrationsprozesses ist das Ausmaß der peritraumatischen Dissoziation als Indikator für die Schwere der subjektiven Belastung. In der traumatischen Situation schützt Dissoziation vor der Überflutung durch belastende Gefühle. Sie zeigt sich z. B. als Derealisation („Es ist nicht wirklich") oder Depersonalisation (Gefühl des „Neben-sich-Stehens").
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