Dipl.-Psych. Susanne Behling
Dr. med. Thomas Haag
Peter Liebermann
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Luise Reddemann

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Posttraumatische Belastungsstörungen und andere Traumafolgestörungen

PTSD = Posttraumatic Stress Disorder oder PTBS = Psychotraumatisches Belastungssyndrom und andere Traumafolgestörungen
Lassen sich Ausdruck eines  nicht zum Abschluss kommenden „gestörten Informationsverarbeitungsprozesses" (F. Shapiro) verstehen. 

Die Symptomatik posttraumatischer Störungen ist geprägt durch

- die Persistenz abgespaltener und fragmentierter Anteile der Traumaerinnerung, die durch innere oder äußere Auslöser   (Trigger) aktiviert werden können (z. B. als Flashback und Dissoziation) und
-  die auf Traumabewältigung und Angstabwehr  gerichteten „traumakompensatorischen" (Fischer/Riedesser 1998) psychischen Abläufe und Mechanismen (wie  Spaltung, Dissoziation, Somatisierung).

Es können vielfältige seelische und körperliche Symptome auftreten, häufig mit einer längeren Latenz nach den traumatisierenden Ereignissen. Je früher und schwerer die Traumatisierung erfolgte, desto schwerwiegender können die Folgen sein.  Die neuere Forschung zeigt, dass im Gefolge früher Traumatisierung unter anderem  Borderline-Persönlichkeitsstörungen, dissoziative Störungen, somatoforme Störungen und Essstörungen auftreten können.


Spaltung und Dissoziation

gehören zu den  zentralen Bewältigungsmechanismen traumatischer Erfahrung. Sie lassen sich als „Schutz"-Reaktion angesichts einer auch auf neurobiologischer Ebene nachweisbaren Überflutung durch  belastende Reize und Affekte  verstehen.



Unter ressourcenorientierten Gesichtspunkten

stellen sich die Symptome der Traumafolgestörungen als Ausdruck des fortgesetzten seelischen Bemühens, die tiefe seelische Verletzung zu begrenzen und zu heilen, dar. Ähnlich wie die chronischen Entzündungs- und Heilungsprozesse bei einer schlecht heilenden körperlichen  Wunde kommen  die seelischen Bewältigungs- und Selbstheilungsvorgänge nicht zum Abschluss und gewinnen eine Eigendynamik, die zu Komplikationen und weiteren Schädigungen/Verletzungen und Retraumatisierungen führen können.

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